Die Projektförderung der KEK

Massiver Schädlingsfraß an einer deutschen Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

 

Mehr als 250 Modellprojekte zum Originalerhalt sind von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) im Zeitraum von 2010 bis 2017 erfolgreich gefördert worden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) stellten insg. fast 3,3 Mio. Euro für diese modellhafte Sicherung von schriftlichem Kulturgut in Archiven und Bibliotheken bereit.

Im Ergebnis liegt ein weit über alle Länder reichendes Netz von Projekterfolgen vor, das nun Vielfalt und Leistung der Schriftgut verwahrenden Kultureinrichtungen in Deutschland anschaulich macht.

Innovativ, öffentlichkeitswirksam und modellhaft – das sind die Kriterien, die KEK-geförderte Modellprojekte erfüllen müssen. Seit 2010 haben wir jedes Jahr bundesweit ausgewählte Vorhaben unterstützt, die sich mit der Erhaltung von schriftlichem Kulturgut befassen. Die Förderung setzt dabei auf den Dominoeffekt: Die KEK-Modellprojektförderung gibt Archiven, Bibliotheken und Museen finanzielle Anreize, wertvolle Bestände systematisch zu erhalten, zu schützen und entsprechende praktische Maßnahmen zu entwickeln. Als Vorbilder regen die Partner wiederum weitere Institutionen an, sich aktiv mit dem Schutz ihrer kulturellen Schätze zu befassen. So wird zudem ein doppelter Effekt erzielt: Zum einen sichern und bewahren wir national herausragende Schriftbestände. Zum anderen treiben wir die wissenschaftliche Entwicklung innovativer Verfahren und Erfolg versprechender Techniken zur Erhaltung schriftlicher Dokumente entscheidend voran.

 

KEK-Modellprojekte werden unter einem bestimmten Jahresthema gefördert:

  • 2017 – Das besondere Format
  • 2016 – Erste Wahl
  • 2015 – Vergessene Kostbarkeiten
  • 2014 – Verblassende Schrift – Verblassende Farbe
  • 2013 – Vorsorge im Großformat
  • 2012 – Mit vereinten Kräften
  • 2011 – Flammen, Fluten und Zerfall
  • 2010 – Der Auftakt

 

Das BKM-Sonderprogramm

In Archiven sind Papiere im Umfang von 1,8 Millionen Regalmetern vom Säurezerfall bedroht, in wissenschaftlichen Bibliotheken müssen rund 9 Millionen Bände entsäuert werden. Diese und weitere Mengen gefährdeten und geschädigten schriftlichen Kulturguts sind über die Bundesweiten Handlungsempfehlungen der KEK 2015 bilanziert worden. Damit wurde vor allem eines deutlich: Soll das Entstehen von gravierenden Lücken in der schriftlichen Überlieferung verhindert werden, müssen Originale in größeren Mengen gesichert werden.

Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) hat mit Sonderprogramm für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts 2017 auf diesen Bedarf reagiert und ermöglicht, dass in Archiven und Bibliotheken größere Mengen an Akten und Bänden entsäuert, gereinigt und schutzverpackt werden konnten. Bundesweit sind 2017 insgesamt 45 Projekte im Bereich Mengenverfahren umgesetzt worden. > Presseinformation und Projektliste 2017

Im Jahr 2018 werden sowohl die Modellprojektförderung als auch das BKM-Sonderprogramm fortgesetzt.

> Antragsinformationen zur Förderung 2018

 

Foto © Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Jörg F. Müller