Die Modellprojektförderung der KEK

Massiver Tintenfraß an einer deutschen Handschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts © Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz/Jörg F. Müller

 

 

Von Kiel bis München, von Dresden bis Saarbrücken – in der Pilotphase von 2010 bis 2015 wurden insgesamt 188 Modellprojekte erfolgreich durchgeführt und über die KEK rund 2,4 Millionen Euro in infrastrukturelle, öffentlichkeitswirksame und objektsichernde Maßnahmen der Bestandserhaltung investiert. Mit großem Engagement aller Beteiligten konnten durch konservatorische und präventive Maßnahmen in zahlreichen Orten auf Deutschlands Landkarte wertvolle Bestände vor dem Verfall gerettet werden. Dabei unterstützte die KEK schriftbewahrende Institutionen aller Sparten und Trägerschaften. Neben den Archiven und Bibliotheken des Bundes und der Länder erhielten auch Schrifthorte der Kommunen, der Kirche und weiterer Träger Hilfen.

Die bundesweiten Projektvorhaben wurden in sechs verschiedenen Kategorien unterstützt. Der größte Anteil der Förderung fällt in die Modellprojektkategorien Archiv- und Bibliotheksgut: So wurden insgesamt 85 Projekte in Archiven und 60 Projekte in Bibliotheken unterstützt. Dabei wurden Maßnahmen wie Trockenreinigung, Schutzverpackungen, Entsäuerung und Restaurierung direkt am Objekt durchgeführt. Die Notfallvorsorge stellt mit 25 Modellprojekten die drittgrößte Kategorie dar. Unterstützt wurden Beschaffungen für die Ausstattung von Notfallzügen und Notfallboxen. Insgesamt 9 Modellprojekte wurden im Bereich Fachkompetenz gefördert. Zu den Beispielen zählen Bestandserhaltungskonzepte oder Fortbildungsveranstaltungen. Die Kategorie Forschung umfasst in der Pilotphase 5 Modellprojekte. In der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit wurden 4 Modellprojekte gefördert. Die Sensibilisierung ist prinzipielles Ziel der Modellprojektförderung – in dieser Kategorie sind Projekte versammelt, die zum Beispiel durch Ausstellungen diese Aufgabe zum zentralen Projektgegenstand gemacht haben.

Als Ergebnis stehen nach Abschluss der Pilotphase anschauliche Dokumentationen und eine größere Anzahl von Best practice-Beispielen zur Verfügung, die mit der Fachwelt und auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden können.