Gemeinsam für den Originalerhalt: Grundlagenpapiere veröffentlicht

Die Bedrohung schriftlichen Kulturguts durch Säurefraß, Schmutz und unsachgemäße Handhabung betrifft alle schriftgutbewahrenden Einrichtungen. Dass der Einsatz für den Originalerhalt Archive, Bibliotheken und Museen zusammenbringt, davon legt nicht nur die Arbeit der KEK regelmäßig Zeugnis ab, etwa durch die jährlich stattfindenden Bundesweiten Expertengespräche. Auch die zentralen Gremien im Archiv- und Bibliotheksbereich haben nun gemeinsam eine Reihe an grundlegenden Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht.

Andreas Mälck (m.) stellt das Papier zur bestandsschonenden Digitalisierung beim Bundesweiten Expertengespräch vor. Ebenfalls im Bild sind Almuth Corbach (l.) und Johannes Kistenich-Zerfaß (r.). Foto © Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Hagen Immel

Im Mai wurden gleich zwei gremienübergreifende Grundlagenpapiere veröffentlicht, die von Mitgliedern des Bestandserhaltungsausschusses der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA), der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (BKK) und der Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) zusammen erarbeitet wurden.

Beide Grundlagenpapiere sollen dabei praktische Hilfe für Institutionen mit unterschiedlichsten Beständen ermöglichen. Das Papier zur „Durchführung von Massenentsäuerungsprojekten“ erläutert sämtliche Arbeitsschritte, die es bei der Planung und Durchführung von Massenentsäuerungen auf Seiten der Institutionen zu beachten gilt. Es stellt eine Handreichung für Einrichtungen dar, die aufgrund unzureichender Informationslage bislang keine Maßnahmen eingeleitet haben oder ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet ausbauen möchten. Auch bei der Digitalisierung gibt es in Hinblick auf den Originalerhalt viele Aspekte zu berücksichtigen, die in der Praxis oft wenig bekannt sind. Das Papier „Archiv und Bibliotheksgut schonend digitalisieren“ listet daher Informationen zu sämtlichen Materialarten in Archiven und Bibliotheken sowie die damit verbundenen Risiken und geeigneten Scantechniken auf. So soll es als praxisorientiertes Referenzwerk dienen und dabei auch den Aspekt des Originalerhalts beim Digitalisieren stärker in den Fokus rücken.

Die Veröffentlichung dieser Grundlagenpapiere wird ergänzt durch die Publikation einer gemeinsamen Stellungnahme aller drei Gremien zur dauerhaften Archivierung von schriftlichem Kulturgut, die ebenfalls im Mai veröffentlich werden konnte. Im Hinblick auf die Nutzung von geeignetem Papier bleiben die Gremien bei ihrem Fazit: „Nur Papiere, welche die DIN EN ISO 9706 erfüllen, sind alterungsbeständig und in allen Bereichen einzusetzen, in denen potentiell dauerhaft aufzubewahrendes Schriftgut entsteht“.

Die Kollaboration an den Papieren betrachten die beteiligten Expertinnen und Experten als äußerst fruchtbar und als wichtigen Schritt in Richtung des gemeinsamen Ziels der Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. Die Veröffentlichungen erweisen sich daher als gelungenes Modell für zukünftige spartenübergreifende Zusammenarbeit.

Säurefraß an holzschliffhaltigem Papier © Archiv Bad Soden-Salmünster