Das Stadtarchiv München bewahrt einen großen Bestand polizeilicher Meldeunterlagen, die seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bis ins Jahr 1928 geführt wurden. Auf insgesamt 1,2 Millionen Polizeimeldebögen sind alle Personen mit eigener Haushaltsführung erfasst, neben den persönlichen Daten und Berufsangaben des Meldepflichtigen werden Eltern, Familienmitglieder, Wohnsitze in München, Titel- und Ordensverleihungen, Heimats- und Bürgerrechtsverleihungen, Hauskäufe und -verkäufe sowie Firmengründungen und -auflösungen vermerkt.

Im „Gedächtnis der Stadt“ sind sie erfasst, die Bewohner des Königreichs Bayern. Die Führung der polizeilichen Melderegister oblag im Königreich Bayern (ab 1918 Freistaat Bayern) der örtlichen Polizeibehörden, von dort aus gelangten die Archivalien ins Stadtarchiv München. Wasserschäden und schlechte Lagerung der Archivalien bei der abgebenden Behörde führten zum Schimmelbefall bei etwa 3.000 Meldebögen, die im Rahmen der Modellprojektförderung trockengereinigt, gesichert und stabilisiert wurden. Die wasserfreie Behandlung der Schäden ist den verschiedenartigen Tinten geschuldet, die bei wässrigen Verfahren verlaufen oder ausbluten können. Als Vorläufer der Einwohnermeldekartei sind die Polizeimeldebögen mit den geführten Quartierlisten, Familienbögen, Steuer- und Gewerbelisten eine aussagekräftige Quelle für die Personenforschung.

Foto © Stadtarchiv München / Inga Fesl und Tanja Bauer

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