Die Zentralüberlieferung der Universität Halle-Wittenberg ist national wie international von großem Interesse, dokumentiert sie doch die Entwicklung einer der bedeutendsten Universitäten der deutschen Bildungslandschaft. Sie besteht aus einer geschlossenen Serie von Akten mit Protokollen des Senats und Konzils aus der Zeit zwischen 1806 und 1948 sowie in kleinerer Menge Zirkularen – also Rundschreiben – der Universitätsleitung. Gerade durch die Vollständigkeit der Überlieferung ist sie für die Forschung eine besonders wertvolle Geschichtsquelle.

Allerdings ist der Erhalt dieser unikalen Materialien durch das säurehaltige Papier der Akten sowie teilweise starke mechanische Schäden aufgrund der hohen Nutzungsfrequenz bedroht. Mit Hilfe der Projektmittel sollen die Akten entsäuert und konservatorisch behandelt werden, sodass der Papierabbau verlangsamt und Risse oder Fehlstellen kaschiert werden können. Der damit geleistete Originalerhalt ermöglicht – ganz im Sinne des „Caring & Sharing“ –, dass die Akten für die Nutzung zugänglich bleiben und weitere Maßnahmen angeschlossen werden können. Geplant sind die Digitalisierung der Akten sowie die Strukturierung und Erschließung der Scans auf Ebene der einzelnen Sitzungsprotokolle. Eine derart feine Erschließung ermöglicht eine schnelle und komfortable Navigation innerhalb der sehr großen Aktendokumente sowie gezielte Suchen.

Die öffentlichkeitswirksame Präsentation und Begleitung des Projekts auf der Webseite des Archivs soll außerdem für die Problematik und Bedeutung des Originalerhalts sensibilisieren, der die Voraussetzung für die Sicherung wissenschafts- und kulturgeschichtlicher Schätze – wie eben der Zentralüberlieferung der Universität Halle-Wittenberg – darstellt.

Eine der Senatsakten der Universität Halle-Wittenberg vor der Restaurierung.
© Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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