Die historischen Sammlungen der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel gehören zu den wertvollsten in ganz Deutschland. Sie beinhalten fast ausschließlich geschlossene Bibliotheken frühneuzeitlicher Institutionen, Adliger und Gelehrter. Der Bestand umfasst insgesamt 12.000 Signaturen und ist durch seine 3.000 mittelalterlichen Schriften einzigartig. Nach der Besetzung der norddeutschen Gebiete ließ Napoleon Teile des Bestands nach Paris bringen, die später jedoch wieder nach Wolfenbüttel zurückkehrten. Schon vor über 200 Jahren war man sich des Werts der Schriften bewusst.

Die für das Projekt im BKM-Sonderprogramm ausgewählten Bände stammen teilweise aus dem 15. Jahrhundert. Benötigt wurden objektgerechte Schutzverpackungen. An einem weiteren Teil des Bestands aus dem 6. bis 12. Jahrhundert mussten restauratorisch-konservatorische Maßnahmen vorgenommen werden. Zur entsprechenden Sammlung gehören seltene Kodizes aus süddeutschen Skriptorien, die zum Teil illuminiert sind. Außerdem befinden sich Teile der ungarischen Corvinus-Bibliothek in dieser Sammlung, die zum Weltdokumentenerbe gehören. Da die Handschriften aus unterschiedlichen europäischen Ländern stammen, z.B. den Niederlanden, Frankreich und Italien, sind sie auch relevant für die internationale Forschung (zur Handschriftendatenbank der Bibliothek).

In einem vorangegangenen Projekt im BKM-Sonderprogramms waren alle Bände schutzverpackt worden, die vor 1400 entstanden sind. Das diesjährige Projekt hat eine komplettierende Funktion, da nun auch die hoch- und spätmittelalterlichen Handschriften objektgerecht verpackt sind. In einem Projekt der Deutschen Forschungsgesellschaft wird der Bestand zurzeit tiefenerschlossen, um ihn für die Forschung besser nutzbar zu machen. 

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