Mit nur 37 Bänden fing es an – im Jahr 1731 wurde in Nürnberg die Bibliothek der Leopoldina, der nationalen Akademie der Wissenschaften, gestiftet. Nur 3 Jahre später war der Bestand bereits auf 200 Bände angewachsen und einmal innerhalb der Stadt umgezogen. Es sollte noch eine Reihe weiterer Umzüge folgen: Nach Erfurt, Erlangen, Bamberg, Bonn und Dresden, bevor die Akademie und damit auch die Bibliothek, 1879 in Halle (Saale) ein längerfristiges Quartier und ab 1904 ein eigenes Gebäude bekam. Der inzwischen stetig gewachsene Bestand wurde während des Zweiten Weltkriegs zum Teil ausgelagert. Nach Ende des Kriegs kam ein Teil der Bände und Archivalien zurück in die Bibliothek, ein anderer Teil jedoch nicht.

Heute umfasst die Bibliothek der Leopoldina zirka 280.000 Bände, vorwiegend zu den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften. Diese sind noch immer in dem 1904 errichteten Bibliotheksbau untergebracht, der jedoch heutigen Anforderungen nicht mehr vollständig genügt. Aufgrund dieser Lagerungssituation und der äußerst bewegten Geschichte des wertvollen Altbestands war es notwendig ein Schadenskataster der Bestände zu erstellen, um möglicherweise vorliegende Probleme wie mechanische Schäden, Verschmutzungen oder gar Schimmelpilzbefall, frühzeitig und umfassend erkennen und dementsprechend handeln zu können. Parallel werden die Lagerungsräume an aktuelle Standards angepasst, um weitere Schädigungen der Bände zu verhindern.

Mit Hilfe der KEK-Modellprojektförderung konnte ein Schadenskataster der Bibliothek der Leopoldina erstellt werden, dass es den Bibliotheksmitarbeitern und Restauratoren in Zukunft ermöglichen wird zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden frühzeitig zu behandeln oder sogar zu verhindern. Dann es gilt: Sich rechtzeitig einen Überblick zu verschaffen, vermindert unliebsame Überraschungen und teure Restaurierungsmaßnahmen.

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