Das Bibelmuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erzählt die Geschichte der Bibel von ihren Anfängen bis heute. Die Überlieferung des griechischen Neuen Testaments, von dem keine originalen Handschriften erhalten geblieben sind, basiert auf nur 5500 weltweit verstreuten späteren Abschriften, anhand derer die Forschung versucht, seinen ursprünglichen Wortlaut zu rekonstruieren. 155 dieser Abschriften befinden sich in Deutschland, davon allein 22 im Münsteraner Bibelmuseum. Um die sehr alten, vielfach unikalen Objekte der Forschung und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, waren bestandserhaltende Maßnahmen unumgänglich. Durch die KEK-Modellprojektförderung konnten drei griechische Handschriften mit Texten des Neuen Testaments konserviert und restauriert werden.

Das Pergament, das als Schriftträger für die aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammenden Evangelientexte dient, war stark beschädigt und verschmutzt, bei manchen Seiten lag außerdem bakterieller Befall vor. Eine der drei Handschriften enthält reich verzierte Miniaturen, die bereits von Substanzabbau betroffen waren. Auch die Einbände befanden sich in schlechtem Zustand und bedurften konservatorischer Maßnahmen. Das Projekt sah die Reinigung, Konservierung und Restaurierung der Handschriften vor sowie die Schutzverpackung der fragilen Materialien in passgenauen Kassetten.

Dem Gedanken des „Caring & Sharing“ folgend, ist dies der erste Schritt für eine tiefere Erschließung und öffentlichkeitswirksame Nutzbarmachung der Objekte. So sollen die Texte in einem nächsten Schritt digitalisiert und in diesem Zuge transkribiert und indiziert werden. Die angereicherten Digitalisate werden dann in den New Testament Virtual Manuscript Room eingestellt – einer Kooperation des Bibelmuseums mit dem Institut für Neutestamentliche Textforschung der Universität Münster. Außerdem sollen die drei restaurierten Handschriften in der Dauerausstellung des nach allen relevanten Standards neukonzipierten Museums der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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