Der Gartenbauarchitekt Hans Schmidt (1979-1958) wohnte ab 1918 in Dessau, dessen Erscheinungsbild er vor dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Arbeiten entscheidend mitprägte. In der Tradition des historischen Dessau-Wörlitzer Gartenreichs entstanden, bilden die Pläne und Zeichnungen von Schmidt in ihren gestalterischen Formen eine Brücke hin zu Fragestellungen der Landschaftsgestaltung unserer Zeit, insbesondere in industriell geprägten Landstrichen. Konkret können die historischen Quellen des Gartenbauarchitekten heute zum Beispiel dabei helfen, Rekonstruktionsmaßnahmen an einzelnen noch vorhanden Anlagen auch in gärtnerischer Hinsicht umzusetzen. Auch bei neuen Stadtplanungsvorhaben geben die Pläne Hinweise auf die historische gewachsene Struktur der Stadt. Die im Nachlass vorhandenen Entwürfe sind oftmals die einzigen umfassenden Zeugen für wichtige Bereiche des Stadtbilds vor dem Zweiten Weltkrieg. Meist zeigen diese Arbeitsentwürfe von Hans Schmidt Privatgärten für die Villen wohlhabender Fabrikanten, städtische Grünflächen, Fabrikanlagen und Betriebsgrünflächen sowie Friedhofsanlagen. Der problematische Erhaltungszustand der meisten auf Transparent- beziehungsweise Pergaminpapier gezeichneten Pläne verhinderte bisher jedoch die Nutzung.

Mit unserer Unterstützung und Förderung konnten jetzt 100 dieser Gartenpläne und Zeichnungen aus dem Teilnachlass des Gartendirektors Hans Schmidt für die dauerhafte Sicherung im Stadtarchiv Dessau-Roßlau restauriert werden. Städteplaner, Forscher, städtische Entscheidungsträger oder generell die interessierte Öffentlichkeit können die Pläne fortan wieder nutzen.

Foto © Stadtarchiv Dessau-Roßlau

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