Walter Meckauer war ein Sammler: Behutsam trug er Geschichten, Beobachtungen, Berichte, Eindrücke und Erlebnisse  zusammen. Er verarbeitete sie in seinen Kurzgeschichten, die er in einem geräumigen Koffer verwahrte. Damit schuf der Schriftsteller ein besonderes Archiv, eine Inspirations- und Verdienstquelle zugleich. Als Meckauer nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigrieren musste, war ihm der Koffer eine Zuflucht: Er begleitete ihn auf seinen Exil-Stationen durch die Schweiz, Italien, Frankreich, wiederum Schweiz und schließlich nach Amerika. In den 50er Jahren kehrte Meckauer mit seinem Koffer wieder nach Deutschland zurück, seine letzten Lebensjahre verbrachte er in München. Seit 2014 wird das geschichtsträchtige Gepäcksstück im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek verwahrt. Die Reise hat den Koffer wie auch die Manuskript-Sammlung stark beansprucht, das Papier ist zudem säurehaltig, vergilbt und brüchig. Im Rahmen des KEK-Modellprojekts wurde das Ensemble umfassend konservatorisch behandelt – und damit dieses herausragende Dokument der Geschichte eines exilierten Künstlers gesichert.

Foto © Deutsche Nationalbibliothek / Bärbel Kaiser

Diesen Beitrag teilen auf:



Anregungen und Kommentare

Feedback