Ohne Notenmanuskripte wäre die Musik aus vergangenen Zeiten verstummt. Still wäre es um Maximilian Friedrich von Droste-Hülshoff (1764–1840) als Komponisten geworden. Und so ist es ein Glück, dass seit diesem Jahr drei seiner Autographe nach ihrer Restaurierung in neuem Glanz erstrahlen und Einblicke in die Arbeitsweise des Komponisten gewähren.

Droste-Hülshoff verschrieb sein Leben dem Komponieren. Sein Werk, die C-Dur-Messe (Missa I. in C-Dur, SANT Hs 1379), brachte Joseph Hadyn 1800 und 1801 in Wien zur Aufführung. Dennoch bezeichnete sich der international rezipierte Komponist zeitlebens als Dilettant. In die Reinschrift der Missa I in C, einem Autograph, korrigierte er insgesamt 14 Takte indem er Korrekturzettel mit kupfernen Nadeln über die ursprüngliche Fassung heftete. Die Korrosionspuren im Papier, die die Nadeln hinterließen, erinnern an einen Komponisten und sein im steten Strom befindliches Schaffen, das einen lebendigen Eindruck hinterlässt – zu lebendig um still auf Notenpapier zu stehen. In der Restaurierungswerkstatt wurden die Kupfernadeln entfernt, die Korrekturzettel mit Japanpapierfälzel und mit Kleister auf ihre ursprüngliche Stelle aufgesetzt. Welche Fassung in der Instrumentierung möchten Sie hören?

> Zum Artikel „Adliger Dilettant im besten Sinne“ 

© Diözesanbibliothek Münster

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