Das Europäische Burgeninstitut mit Sitz in Schloss Philippsburg in Braubach verfügt über umfangreiche Bestände zur Burgenforschung. Europaweit gibt es keinen vergleichbar ähnlich umfassenden und öffentlich zugänglichen Bestand zu allen Gebieten der Burgenforschung. Neben der Bibliothek mit über 30.000 Bänden umfasst dieser die angeschlossenen Sammlungen Dokumentation, Handschriftensammlung Bodo Ebhardt, Bodo-Ebhardt-Archiv, Plansammlung, Postkartensammlung und Vereinsarchiv. Da die Disziplin der Burgenforschung als Spezialgebiet der Denkmalpflege an keiner deutschen Hochschule etabliert ist, nimmt das Europäische Burgeninstitut hier eine wichtige Sonderfunktion ein. In ihrer interdisziplinären Ausrichtung bedient sich die moderne Burgenforschung verschiedener Quellen. Es handelt sich um Schrift- und Bildmaterialien, um Publikationen zu einzelnen Objekten als auch um Materialsammlungen, die Pläne, Zeitungsausschnitte und Handschriften umfassen. Die Bestände reichen bis in die 1890er-Jahre zurück und sind zum Teil in sehr schlechtem Erhaltungszustand. Aufgrund der Einzigartigkeit ist die Bewahrung und Erschließung des Bestands unabdingbar.

Am Beispiel der Unterlagen zur Hohkönigsburg im Elsass zeigt sich der sehr schlechten Erhaltungszustand. Über 100 Jahre waren Fotos und Pläne Licht, Schmutz, Feuchtigkeit und Mäusen ausgesetzt. Jahrzehntelang wurde der Bestand auf der Marksburg gelagert, im Zweiten Weltkrieg  ins sogenannten Pulvereck der Marksburg ausgelagert und 1945 wieder in die Marksburg umgezogen; von wo aus der Umzug ins Schloss Philippsburg stattfand. Mit der Ordnung und der restauratorischen Instandsetzung der am schwersten beschädigten Dokumente zur Hohkönigsburg wurde anschaulich gemacht, wie wichtig die unterschiedlichen Quellen für die Burgenforschung sind.

 

Foto ©© (PD)

Diesen Beitrag teilen auf:



Anregungen und Kommentare

Feedback