1564 gab der württembergische Herzog Christoph in Frankfurt den Druck einer lutherischen Bibel in Auftrag. Das zweibändige Werk ist kirchen- und kunstgeschichtlich höchst bedeutsam: Die erste Luther-Bibel für Württemberg enthält insgesamt 134 handkolorierte Holzschnitte, die in ihrer Expressivität und Farbigkeit auch heutige Betrachter in ihren Bann ziehen. Eines der wenigen erhaltenen Exemplare der ursprünglich 200 Bibeldrucke ist heute im Besitz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Dieser Druck ist jedoch stark stark mitgenommen: Fünfzig Illustrationen fehlen oder sind geschädigt, die Bindung hat sich gelöst, und Wurmfraß hat den Buchdeckeln zugesetzt. Solche und ähnliche Schäden sind bei kirchlichen Kulturschätzen keine Seltenheit. Mit Unterstützung der KEK haben das Landeskirchliche Archiv und die Zentralbibliothek Stuttgart die Frankfurter Bibel deshalb 2011 zum Thema einer Wanderausstellung gemacht: Mit 22 großformatigen Reproduktionen ausgewählter Holzschnitte wird der Betrachter über die ästhetische Wirkung der Bilder für die Notwendigkeit der Bestandserhaltung kirchlicher Kulturgüter sensibilisiert. Hierzu trägt auch ein einleitendes Ausstellungskapitel zu den konkreten Schadensbildern in der Frankfurter Bibel bei. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine reich bebilderte wissenschaftliche Publikation.

Foto © Landeskirchliche Zentralbibliothek Stuttgart

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