Die Sächsische Maschinenfabrik Richard Hartmann in Chemnitz war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eines der bedeutendsten Maschinenbauunternehmen in Sachsen. In den 1830er Jahren gegründet und zunächst dem Bau von Dampflokomotiven gewidmet, weitete die Fabrik im Laufe der Jahre ihre Produktion auf andere Bereiche aus, etwa auf die Errichtung von Turbinen- und Mühleneinrichtungen oder die Herstellung von Bergwerksmaschinen und Webstühlen.

Die historischen Bauakten, die Aufbau, Expansion und Blüte der Hartmann’schen Fabrik dokumentieren, befinden sich aktuell im Stadtarchiv Chemnitz. Sie geben Einblick in nicht mehr im Stadtbild vorhandene Gebäude sowie alle an den Fabrikanlagen vorgenommenen Veränderungen und Ergänzungen, die über Jahrzehnte hinweg in den Bauplänen und -zeichnungen eingetragen wurden. Erst 2017 ins Stadtarchiv gekommen sind Pläne von Brückenbauten, die ebenfalls die Entwicklung Chemnitz‘ zur Industriestadt bezeugen.

Die sehr großen Pläne mit Formaten von DIN A2 bis über DIN A0, die aus so vielfältigen Materialien wie Papier, Wachspapier Karton, Pergamin oder Gewebe gefertigt sind, befanden sich allerdings in einem bedenklichen Erhaltungszustand. Insbesondere der zuletzt übernommene Bestand an Brückenplänen wies durch seine vorherige Nutzung in der Bauverwaltung starke Gebrauchsspuren auf, beispielsweise Klebereste durch Tesafilm, Malerkrepp oder Paketklebeband sowie Roststellen, die durch Metallheftungen entstanden sind.

In dem von der KEK geförderten Modellprojekt wurden 50 Pläne aus den Bauakten der Sächsischen Maschinenfabrik sowie zehn Pläne von Chemnitzer Brückenbauten erfolgreich gereinigt und restauriert. Sie wurden nach Möglichkeit plan gelegt und nur bei besonders großen Formaten mit so wenigen Faltungen wie möglich gelagert. Die Schäden aus der unsachgemäßen Lagerung und Benutzung des Archivguts in der Vergangenheit konnten so endlich behoben werden!

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