Eine vierstimmige Motette von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) trat im 19. Jahrhundert ihren Weg durch Europa an: 1829 besuchte der englische Musikverleger Vincent Novello die Familie des Komponisten in Salzburg. Ein Treffen mit der Witwe Constanze und dem jüngsten Sohn Wolfgang kam zustande, und erstmals vernahm der Gast die Motette Alma Dei Creatoris in F-Dur. Eine Kopie des Werks gelangte nach England, wo Novello später eine Partiturausgabe publizierte und mit englischem Titelzusatz auch nach Rom in die bekannte Musikaliensammlung von Abbate Fortunato Santini (1777–1861) einbrachte. Der Geistliche suchte vor allem kirchenmusikalische Quellen und nutzte sein europaweites Netzwerk von Paris über Oxford bis St. Petersburg, um Noten zu erwerben oder zwecks Abschrift zu entleihen. Das Bistum Münster erwarb 1855 diese bedeutende Sammlung – und so kam Santinis eigenhändige Kopie der Motette schließlich nach Deutschland.

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© Diözesanbibliothek Münster
Foto: Stephan Kube

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