Das Stadtarchiv Frankfurt (Oder) beherbergt einzigartiges Kartenmaterial, das für die Forschung zur deutsch-polnischen Geschichte sowie zur Geschichte Brandenburgs und des preußischen Staats von besonderem Interesse ist. Neben den ältesten gedruckten Karten Brandenburgs bietet das Archiv Zugang zu kartografischem Material, das Zeugnis über die Territorialgeschichte im deutsch-polnischen Grenzgebiet ablegt. Dazu gehören Karten des Königreichs Polen ab dem 17. Jahrhundert und die Sammlung von Karten aus der Plankammer der Ökonomie- und Forstverwaltung des Magistrats Frankfurt (Oder). Letztere dokumentieren die historischen städtischen Besitzungen, die heute teilweise auf polnischem Gebiet liegen. Darüber hinaus umfasst die historische Sammlung aber auch einige rare Atlanten wie Ortelius´ Theatrum orbis terrarum (1540/90), das als erster moderner Atlas und Zusammenfassung des kartografischen Wissens des 16. Jahrhunderts angesehen werden kann und schon zur damaligen Zeit kommerziell sehr erfolgreich war.

Die in einigen Fällen durch Kriegsschäden stark vorbelasteten Materialien sind durch Nutzungsschäden sowie unzureichende Lagerbedingungen in alten Planschränken aus Holz, säurehaltige Verpackung oder die unverpackte Unterbringung von Rollkarten zusätzlich geschädigt worden. Ein Teil der Materialien musste daher für die Nutzung gesperrt werden.

Im Rahmen des Projekts konnte der Archivbestand sachgerecht schutzverpackt und umgelagert werden. Durch den Kauf von geschlossenen Hülsen für Rollkarten sowie säurefreies Verpackungsmaterial für Einzelblätter ist eine fachgerechte Lagerung ermöglicht worden. Damit sind die Grundvoraussetzungen geschaffen, um weitere Maßnahmen wie Entsäuerungen und Restaurierungen anzuschließen und die Nutzung des historischen Kartenmaterials auch zukünftig sicherzustellen.

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