Das Landesarchiv Saarbrücken hat große Verpackungsrückstände zu beklagen: Etwa die Hälfte der Archivmaterialien liegen noch unverpackt in den Magazinen der Einrichtung. Mit Hilfe des BKM-Sonderprogramms konnte diesem Missstand in Teilen begegnet und der Rückstand um 10 % verringert werden. Das Landesarchiv mit Sitz in Saarbrücken wurde 1948 gegründet und archiviert vorrangig Unterlagen aus dem 20. Jahrhundert, wobei retrospektiv auch Materialien ergänzt werden konnten, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Für die präventive Konservierung wurden zwei zentrale und umfangreiche Bestände ausgewählt, die nicht nur für die Geschichte des Saarlandes, sondern auch für die der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union von großer Bedeutung sind.

Die Akten aus dem Bestand der Staatskanzlei dokumentieren die Regierungsarbeit der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten des Landes auf nationaler und europäischer Ebene. Die Aktenüberlieferung aus dem Wirtschaftsministerium bezeugt die Transformation einer klassischen Montanregion im grenzüberschreitenden Kontext der europäischen Kernregion Saar-Lor-Lux – Saarland, Lothringen (französisch Lorraine) und Luxemburg. Gemeinsam spiegeln diese Bestände die Herausforderungen der nationalen Wiedervereinigung, der europäischen Integration und des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandels am Beispiel des saarländischen Sonderwegs wider – eines Bundeslands, das erst seit 1957 Teil der Bundesrepublik ist und in dem man vor 1959 mit Saar-Mark und französischem Franc bezahlte.

Mit den Mitteln aus dem BKM-Sonderprogramm wurden 13.000 Jurismappen und 5.000 Steckkartons beschafft, in die die Unterlagen durch Archivpersonal und aus Eigenmitteln angestellte Projektkräfte verpackt wurden. Vor der Umverpackung wurden Metallheftungen entfernt und die Materialien nach Bedarf gereinigt. Für die schädlichen Auswirkungen von Metall auf Archivalien sensibilisieren soll die im Landesarchiv gezeigte Installation „End-Metall“ der Künstlerin Julia E. Wagner.

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