Sitz einer Königspfalz, Domstadt, freie Reichsstadt – Nordhausen war im Mittelalter und der Frühen Neuzeit ein politisches, wirtschaftliches und nicht zuletzt religiöses Zentrum Mitteldeutschlands. Hiervon zeugen noch heute die erhaltenen liturgischen Handschriften und Pergamentmakulaturen aus den Klöstern der Stadt.

Die vier in diesem Projekt bearbeiteten Missale, wie auch die Mehrzahl der Makulaturfragmente wurde noch wie wissenschaftlich untersucht und auch archivistisch kaum erschlossen. Ebenso fehlte eine restauratorische oder konservatorische Behandlung bisher. So waren die mittelalterlichen Manuskripte noch immer von Brandspuren gezeichnet, die durch die Bombardierung Nordhausens während des Zweiten Weltkriegs verursacht wurden.

Im Rahmen des KEK-Modellprojekts konnten diese Handschriften nun restauriert werden. Bei den Makulaturen wurden überdies noch fehlende Schutzverpackungen beschafft und so die Lagerungssituation der plangelegten Pergamentbögen nachhaltig verbessert.

Getreu dem Motto „Caring & Sharing“ beließ es das Stadtarchiv Nordhausen jedoch nicht bei diesen Maßnahmen zum Originalerhalt. Zusätzlich wurde in Kooperation mit der Universität Mannheim die interdisziplinäre Erforschung der Manuskripte vorangetrieben. Dabei wurden neben historischen auch kunst- und musikhistorische Fragestellungen beachtet. Eine Konferenz und Ausstellung zum Abschluss der Projekte verdeutlichen nochmals die erfolgreiche Zusammenarbeit zum Schutz des schriftlichen Kulturguts Nordhausens.

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