Die Lagerung großformatiger Objekte auf Papier ist eine Herausforderung für Bibliotheken und Archive. Mangels standardisierter Formate werden Pläne, Bauzeichnungen, Karten oder Plakate ab einer Größe von 70 bis 100 cm oft liegend in dünnen Mappen aus Karton aufbewahrt. So hielt es lange Zeit auch das Kupferstichkabinett Berlin. Hier waren die Großformate in flexiblen Kartonmappen gestapelt in Planschrankschubladen archiviert. Diese Lagerungsform hatte jedoch einige Nachteile. So waren die Werke wegen der Flexibilität der Mappen oft in ihrer Planlage beeinträchtigt. Auch bogen sich die Großformat-Mappen unweigerlich, wenn eine Einzelperson sie aus der Schublade hob. Als die KEK 2013 den Themenkomplex „Vorsorge im Großformat“ in den Fokus der Modellprojektförderung rückte, haben das Kupferstichkabinett und die Staatliche Akademie der bildenden Künste in Fellbach ein zweiteiliges, modular kombinierbares und standardisiertes Hüllsystem zur gestapelten Lagerung großformatiger Unikate auf Papier in Planschränken entwickelt: Zur Einzelverpackung dienen Grafikmappen in drei Konstruktionsvarianten, die den Erfordernissen der verschiedenenartigen Objekte auf Papier angepasst sind. Je nach Empfindlichkeit der Werke werden die Grafikmappen einzeln oder in bis zu fünf Einheiten in ein flaches, in der Mitte vertieftes Grafikbett eingelegt. So werden eine objektschonende Stapellagerung sowie eine effiziente Handhabung ermöglicht. Das Hüllsystem ist inzwischen in der Praxis erprobt und wurde dem Fachpublikum auf verschiedenen Veranstaltungen wie zum Beispiel dem „Tag der Bestandserhaltung“ im Oktober 2014 in Berlin vorgestellt.

© Kupferstichkabinett Berlin

Diesen Beitrag teilen auf:



Anregungen und Kommentare

Feedback