Den Doktor Otto Johann W. kennt wohl kaum jemand. Lediglich seine Tagebücher können noch von seinem bewegten Leben erzählen: von seiner jugendlichen Begeisterung für Literatur, dem Medizinstudium in Breslau, den Treffen mit dem Dramatiker Gerhard Hauptmann und der selbstlosen Rettung jüdischer Mitbürger, die er in seinem Haus versteckt hielt. Diesen und 3.500 weitere Lebensläufe in über 16.000 persönlichen Aufzeichnungen hütet das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen. Für die Wissenschaft bieten die privaten Notizen einen einzigartigen Quellenschatz zum Alltag und Denken vom 17. Jahrhundert bis heute. Eine Vielzahl der schriftlichen Zeitzeugen war von Säureschäden bedroht. In einem ihrer ersten Modellprojekte konnte die KEK 2010 dem ehrenamtlichen Verein bei der Entsäuerung und fachgerechten Neuverpackung des einzigartigen Bestands unterstützen.

Foto © Deutsches Tagebucharchiv, Emmendingen / Gerhard Seitz

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