Der Kreis Heppenheim in Hessen existiert offiziell seit dem 21. Juni 1821. Damit sind die Akten des Kreisamts bis zu 200 Jahre alt. Der Bestand ist nach 1945 noch um ungefähr ein Drittel gewachsen, indem Ablieferungen des Kreises Bergstraße aus den Jahren 1947 bis 1956 und 2006 bis 2008 hinzukamen. Es handelt sich um einen einzigartigen und besonders wertvollen Bestand, da zwei Drittel der Aktendokumentation des 19. und 20. Jahrhunderts in Hessen während des Zweiten Weltkriegs und insbesondere bei der Bombardierung Darmstadts 1944, zerstört wurde. Die Dokumente ermöglichen einen einzigartigen Einblick in die Regionalgeschichte und die NS-Ideologie auf regionaler und lokaler Ebene und sind unter anderem dadurch essentiell für die aktuelle Forschung.

Auch aufgrund seiner Bedeutung wurde dieser Bestand bereits im Vorfeld als priorisiert für restauratorische und konservatorische Maßnahmen eingestuft. Wie bei Unterlagen aus dem späten 19. und 20. Jahrhundert üblich besteht auch diese Überlieferung aus Holzschliffpapier, dass mit der Zeit „sauer wird“. Im Material bildet sich Säure, die die Struktur des Papiers angreift, es braun und brüchig werden lässt. Um diesen Prozess zu verlangsamen und die Lebensdauer der Akten zu verlängern, wurden sie im Rahmen des BKM-Sonderprogramms entsäuert. Damit konnte die größte Kreisamtsüberlieferung Hessens für die Nutzung durch die Forschung und Verwaltung sichergestellt werden.

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