Neulateinische Literatur von der Inkunabelzeit bis ins 18. Jahrhundert ist ein Gebiet, dessen Schriften aufgrund ihrer Seltenheit von besonderem Wert sind. Ein Beispiel ist die individuell geprägte Arbeitsbibliothek des Universitätsprofessors Johann Philipp Cassel (1707–1783), die 695 Bücher umfasst. Acht davon liegen im Folio, 88 im Quart- und 599 im Oktavformat vor.

Cassel wollte sich ganz im Sinne der Aufklärung ein breitgefächertes Wissen aneignen, weshalb seine Bibliothek zahlreiche Wissenschaften und Disziplinen abdeckt. Sie übersteigt das barocke Repräsentationsbedürfnis und bildet eine der wenigen erhaltenen Sammlungen, die Literatur zu Epigrafik, Rhetorik oder Poetik in derartiger Vollständigkeit enthält. Gleichzeitig zeugt sie von den wichtigen Verbindungen zwischen Latinistik und sich emanzipierender Nationalliteratur.

Die empfindlichen Originale, die zum Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gehören, verlieren schon bei einfacher Benutzung an Substanz. Von den 695 Objekten benötigen 400 Pergamentbände eine besondere Bearbeitung. Ziel des Projekts im BKM-Sonderprogramm 2018 waren physische Sicherung und konservatorische Erhaltung. Dazu wurde der Bestand zunächst an den Buchblöcken trockengereinigt. Anschließend wurden die Bände in maßgerechte Schutzverpackungen umgelagert und fotografisch dokumentiert.

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