„Es setzen sich nur so viele Wahrheiten durch als wir durchsetzen.“ Dieses Zitat aus Bertolt Brechts Theaterstück Leben des Galilei (1943) zeigt die herausragende Bedeutung, die dem Originalerhalt zukommt. Denn nur durch die Bewahrung historischer Materialien können Forschung und Wissenschaft weiterhin zu Wahrheiten, also zu neuen Erkenntnissen gelangen. Ein solcher Bestand ist auch Brechts autografer Nachlass, der im Rahmen des BKM-Sonderprogramms 2018 wieder nutzbar gemacht wurde. Er umfasst knapp 200.000 Signaturen, darunter Einzelblätter, Klebetyposkripte, Ausrisse und Fotos.

Brechts Nachlass ist Teil des nationalen Kulturguts der Bundesrepublik Deutschland und wird im Archiv der Berliner Akademie der Künste (AdK) verwahrt. Als wertvoller Bestand wird er von der AdK häufig genutzt und regelmäßig von externen Interessenten angefragt. Selten liegen Nachlässe so vollständig vor wie in diesem Fall.

Der Bestand in der AdK besteht hauptsächlich aus dünnem Durchschlagpapier, auf dem Brecht lyrische und dramatische Texte notierte. Konservatorische Maßnahmen an diesen Unikaten bildeten den Schwerpunkt des geförderten Projekts. Hierzu wurden die Unterlagen gereinigt und zur schonenderen Lagerung in größere Schutzverpackungen umverteilt. Auch wurden Knicke am Papier beseitigt, lose Teile gesichert und Signaturschilder beschriftet. Außerdem wurde der Fotobestand, der ungefähr 600.000 Einzelbilder und Negative enthält, in geeignetes Hüllmaterial umgelagert.

Sobald das Urheberrecht an Brechts Nachlass 2027 erloschen sein wird, soll das Material digitalisiert und online veröffentlicht werden. Die konservatorischen Maßnahmen sind hierfür die beste Vorbereitung.

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