Die Bibliothek des 1659 gegründeten und heute noch bestehenden Kapuzinerklosters Werne zählt zu den wenigen, nahezu vollständig erhaltenen Klosterbibliotheken des norddeutschen Raumes. Kloster wie Büchersammlung blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Einen besonderen Einschnitt markierte das Jahr 1803, als das Kloster im Zuge der Säkularisation für knapp fünfzig Jahre aufgehoben wurde. Die Bibliothek blieb während dieser Jahre zwar erhalten, nahm aber einigen Schaden. Auch deshalb hat der Kapuzinerorden 2010 beschlossen, die vor 1803 gedruckten Bestände in erfahrene Hände zu geben. Die rund 850 Werke werden seither als Depositum an der Universitätsbibliothek Münster verwahrt und gepflegt. Bereits im Jahr der Übergabe konnte mit Unterstützung der KEK die Restaurierung von 31 Leder- und 67 Pergamentbänden in Angriff genommen werden. Typische Schadensbilder waren Schimmelbefall, mechanische Beschädigungen am Einband sowie Verklebungen als Resultat unsachgemäßer Reparaturen. Die 99 restaurierten Bände gehören zum Gründungsbestand der Klosterbibliothek aus den Jahren 1659 bis 1701, der insgesamt 230 Werke umfasst. Ihre markante Einbandgestaltung mit rot hinterlegtem Signaturfeld macht sie zu einer besonderen Kostbarkeit.

Foto © Universitäts- und Landesbibliothek Münster

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