Für Forscher, die sich mit Nordeuropa und dem Ostseeraum befassen, ist die Universitätsbibliothek Kiel eine wichtige Adresse. Aufgrund einschlägiger Expertise wurde ihr von 1949 bis 2013 im Rahmen des Sondersammelgebietsplans der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Pflege des Fachgebietes „Skandinavien“ übertragen. In diesem Zeitraum hat die Bibliothek jede wissenschaftlich relevante Publikation aus und zu den nordischen Ländern erworben. Zugleich übernahm sie auch die Verantwortung für den Erhalt dieses Sondersammelgebietes, das nun unter veränderter Akzentsetzung in das neue DFG-Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ überführt werden soll. Jährlich werden noch immer an die 3.000 Neuerscheinungen zum Thema angeschafft, und es werden über 800 Zeitungen laufend gehalten. Zum Gesamtbestand, der inzwischen an die 150.000 Bände umfasst, zählt auch die umfangreiche historische Skandinavien-Sammlung, die die jahrhundertealten engen Verbindungen Schleswig-Holsteins insbesondere zu Dänemark widerspiegelt. Sie reicht in ihren Anfängen bis ins 18. Jahrhundert zurück und wird seit 1910 systematisch gepflegt. Diese deutschlandweit einzigartige Sammlung ist jedoch insgesamt massiv vom Säurefraß bedroht: 1999 ergab die Hochrechung einer Stichprobe, dass allein im Monografiebereich (ohne Dissertationen) von etwa 10.000 bereits geschädigten Bänden aus der Zeit von 1850 bis 1950 auszugehen sei. Bis 2009 konnten aus Eigenmitteln der Bibliothek bereits 3.700 Bände entsäuert und gerettet werden. Mit Unterstützung der KEK wurde 2010 die Massenentsäuerung von 2.000 weiteren Bänden möglich gemacht.

© PAL
Foto © Anja Grubitzsch

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