Die rund 100 bis 120 Archivalieneinheiten der Superintendentur Salzgitter im Landeskirchlichen Archiv Wolfenbüttel umfassen zirka 1,5 laufende Regalmeter. Der gesamte Bestand des Propsteiarchivs Salzgitter-Bad beläuft sich auf ungefähr 2.700 Akten (2.746 Titelaufnahmen, zirka 25 laufende Regalmeter), die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Durch den zeitlichen Umfang ist es möglich, anhand dieser Dokumente die Entwicklung der Region Niedersachsens auf kirchen- und landesgeschichtlicher Ebene über drei Jahrhunderte nachzuvollziehen.

Beispielsweise ermöglichen die Bestände einen einmaligen Einblick in die Rolle der Region während des Nationalsozialismus, in der das Salzgittergebiet durch die „Hermann-Göring-Werke“ essentieller Wirtschafts- und Rüstungsstandort war. Parallelüberlieferungen wurden während des Zweiten Weltkriegs in Hannover zerstört, wodurch diese Unterlagen ihren unikalen Charakter erhalten.

Die einzigartigen Akten waren teilweise schwer beschädigt, sodass eine Reinigung und Neuverpackung, letztlich sogar eine Teilrestaurierung durch das BKM-Sonderprogramm unterstützt wurde. Die Seiten waren zum Großteil stark brüchig, da sie in säurehaltigen Archivboxen aufbewahrt wurden. Durch Staub, Wasserschäden oder unverpackte Lagerung waren viele Dokumente verschmutzt oder sogar schimmelbefallen. So wies ungefähr die Hälfte des Bestands sichtbaren Pilzbefall auf. Dieser führte zur langsamen Zerstörung der Archivalien.

Im Rahmen des Projekts wurden jeweils vollständige Kartons, die mindestens eine stark von Schimmelpilz befallene Archivalie enthielten, trockengereinigt. Der Kontaminierung wurde optimal entgegengewirkt, denn die am stärksten befallenen Dokumente wurden zuerst gereinigt. Die Archivalien konnten dadurch gesichert werden und Akten, die zuvor nicht nutzbar waren, sind nun wieder für der Öffentlichkeit einsehbar.

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