Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt ist der wissenschaftlichen Erschließung der materiellen und visuellen Präsenz der Reformation verpflichtet und betreut verschiedene UNESCO-Weltkulturerbestätten, Museen und Sammlungen. Das Lutherhaus in Wittenberg beherbergt unter anderem eine Sammlung von etwa 7.000 Handschriften zu Martin Luther, der Reformation, der Wittenberger Universitätsgeschichte sowie deutschen und europäischen Dynastien. Es befinden sich Briefe von Luther und seinen Zeitgenossen darunter, aber auch mittelalterliche Kodizes und Zeugnisse aus späteren Jahrhunderten, die bis ins 20. Jahrhundert hineinreichen.

Zu den besonders kostbaren und einzigartigen Objekten der Sammlung gehören 62 unikale Pergamenturkunden, beispielsweise eine von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe ernannte Luther-Handschrift oder das Apothekenprivileg von Lucas Cranach dem Älteren. Letzteres sicherte dem Maler 1520 das kurfürstliche Privileg über den Betrieb seiner eigenen Apotheke zu und damit das Verkaufsmonopol nicht nur über Medikamente, sondern auch über Lebensmittel wie Zucker, pulverisierte Gewürze und süßen Wein.

Ein Großteil der Urkunden wies verschiedenartige und teilweise erhebliche Schäden auf – unter anderem Oberflächenschmutz, Rostflecken, Risse und Löcher. Gut 50 der Urkunden lagerten außerdem noch unverpackt in den Schüben der Handschriftenschränke im Depot der Stiftung. Dank der Mittel aus dem BKM-Sonderprogramm konnten die beschädigten Urkunden konservatorisch und restauratorisch behandelt und in säurefreie Kartons verbracht werden. Pünktlich zum Reformationsjubiläum 2017 ist mit dem Umzug der fragilen Pergamente in ihre neuen Verpackungen ein weiterer Schritt dazu getan, einzigartige schriftliche Zeugnisse zu Leben, Werk und Wirkung Luthers und der Wittenberger Reformatoren langfristig zu erhalten!

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