Der Historiker Aron Freimann hatte als verantwortlicher Bibliothekar den Aufbau der Judaica- und Hebraicasammlung an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt (heute Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg) seit 1898 maßgeblich geprägt, bevor er 1933 durch die Nationalsozialisten aus dem Bibliotheksdienst entfernt wurde. Noch 1932 hatte er zu dem Bestand, der seit dem 19. Jahrhundert vor allem durch Spenden von Frankfurter Juden erworben werden konnte, den maßgeblichen Katalog der Judaica fertigstellen können. Der zweite Band zu den Hebraica blieb unvollendet.

Die mit etwa 40.000 Bänden an hebräischen und nichthebräischen Werken bedeutendste Spezialsammlung zur jüdischen Kultur auf dem europäischen Kontinent wurde 1943 bei der Bombardierung Frankfurts zu einem großen Teil vernichtet. Doch die erhaltenen Bände bilden noch heute die größte Sammlung ihrer Art in Deutschland.

Das in dieser Freimann-Sammlung verwahrte Kulturgut bildet mit seinen teils unikal überlieferter Werken zur Sprache, Religion und Philosophie, Literatur und anderen Bereichen des jüdischen Kulturlebens eine unersetzliche Quellenbasis für die geisteswissenschaftliche Forschung. Die Bestände der Freimann-Sammlung waren vor allem durch starke Verschmutzung und nicht optimale Lagerungsbedingungen in ihrer Substanz bedroht. 4033 dieser Bände wurden gereinigt und mit maßangefertigten, säurefreien Schutzverpackungen ausgestattet.

Einblick in die ursprüngliche Aufstellung der Judaicasammlung der Universitätsbibliothek Johann Christan Senckenberg.
Foto © Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

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