Was hat er sich dabei gedacht? Johann Michael Krâtz (1807–1885), ein Quellenkenner und –sammler ersten Ranges, trug in einer Zeit der Geringschätzung historischer Quellen eine Sammlung von 1711 Faszikeln zusammen, darunter Urkunden, Testamente, Personalakten, Chroniken, Protokolle sowie handschriftliche und gedruckte Gelegenheitsschriften vom 16. bis 18. Jahrhundert. Als promovierter Historiker und Privatgelehrter arbeitete er zur niedersächsischen Regionalgeschichte.

Im Jahr 1840 veröffentlichte Johann Michael Krâtz sein Werk „Der Dom zu Hildesheim, seine Kostbarkeiten, Kunstschätze und sonstige Merkwürdigkeiten“. Darin bot er seinen Leserinnen und Lesern einen einzigartigen und wissenschaftlich begründeten Einblick in den Hildesheimer Dom vor den Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert. Zahlreiche Quellen, die Johann Michael Krâtz für sein Werk auswerten konnte, gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Welche der verschollenen Quellen flossen ins Krâtzsche Werk ein? Eine Übersicht über die Gemengelage verschaffen sich heute Archäologen, Architekten, Kunsthistoriker, Religionswissenschaftler, Epigraphiker, Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler. Als gesichert gilt, der Quellensammler und Historiker Johann Michael Krâtz interpretiere die Vergangenheit gerade zur rechten Zeit.

Der hohe sozialhistorische Wert seiner Sammlung lag lange Zeit unter Staub verborgen, so dass die Bücher durch ihre improvisierte Aufbewahrung zuerst der Leser Haupt und Haar und dann den Geist bestäubten. Die fachgerechte Lagerung des Krâtzschen Erbes barg aufgrund ihrer Fülle an Formaten und Materialien Herausforderungen. Aktenbündel, Druckschriften und Urkunden haben nun ihre säurehaltigen Hüllen verlassen und sind ihrer beständigen Nutzung angemessen in Klappkassetten umgezogen. Für den Transport zwischen Magazin und Lesesaal sind sie nun optimal verpackt.

Foto ©© gemeinfrei

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