Im Mai 1993 erlangte die nordrhein-westfälische Stadt Solingen traurige Berühmtheit, als bei einem rechtsextrem motivierten Brandanschlag 5 Menschen starben und 14 verletzt wurden. Auch 25 Jahre nach diesem schrecklichen Anschlag prägt fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalt die Diskussion nicht nur in Solingen. Umso wichtiger ist es die Dokumente zu bewahren, die als Grundlage für die Aufarbeitung und Prävention dienen können.

Zirka 250 laufende Regalmeter Akten der „Ausländerbehörde Solingen“ mit der Laufzeit von 1953-2007 werden im Stadtarchiv Solingen aufbewahrt – hochaktuelles Schriftgut, dass in der Forschung stark nachgefragt ist. Gelagert in Stehordnern, versehen mit Büro- oder Heftklammern, die zum Teil bereits Rostschäden an den Unterlagen verursacht hatten, gelangten die Unterlagen in das Archiv. Die Stehordner waren überdies von Schimmelpilzsporen befallen und mussten dringend ausgetauscht werden. Um die Akten längerfristig sicher aufbewahren zu können, war ihre Entmetallisierung und Umlagerung in archivgerechte Kartons dringend erforderlich.

Durch die Förderung im BKM-Sonderprogramm war es dem Stadtarchiv Solingen möglich archivgerechte Verpackungsmaterialien für diese wichtigen Bestände zu kaufen. Heute kommen Einwohner aus Solingen aus mehr als 140 Ländern und 29.000 Solinger besitzen die doppelte Staatsangehörigkeit. Welche Spuren diese Migranten in der Überlieferung der Ausländerbehörde hinterließen, können sie, ihre Nachfahren und die Forschung auch in Zukunft anhand der optimal gelagerten Akten nachvollziehen.

 

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