Theaterspielpläne und -plakate sind spannende Zeugnisse der Geschichte. Neben zeittypischen kulturellen Strömungen spiegeln sie auch die Zeitläufte wider. Im Zweiten Weltkrieg riss am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin die jahrhundertealte Tradition ab, zu jeder Vorstellung einen eigenen Theaterzettel zu drucken. Stattdessen gab es bis zur Schließung des Theaters 1944 großformatige Spielpläne und Einzelplakate. In der Mangelwirtschaft der Nachkriegsjahre setzte man diese Praxis fort. Im Sommer 1945 profitierte Schwerin davon, dass sein Theater unzerstört geblieben und sofort spielfähig war. Namhafte Schauspieler wie Gisela May, Margarete Taudte, Fred Düren, Hans-Peter Minetti sowie Otto und Eberhard Mellies fanden hier vorübergehend eine Heimstatt, wie die Theateraushänge bezeugen. Die Spielpläne und Plakate der Kriegs- und Nachkriegsjahre, die heute zur Theatergeschichtlichen Sammlung der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern gehören, sind jedoch wegen der zeitbedingt schlechten Papierqualität und ungünstiger Lagerbedingungen akut gefährdet. Das betrifft insbesondere die Jahrgänge bis 1959. Im Förderjahr 2013 konnten mit finanzieller Unterstützung der KEK 350 Theateraushänge restauriert werden.

Foto © Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern

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