Projektförderungen 2019 im Überblick

Der Erhalt schriftlicher Originale in Archiven und Bibliotheken wird 2019 in gestiegenem Maße gefördert. Derzeit befinden sich in zwei Förderprogrammen 170 Projekte mit einem Gesamtvolumen von gut 4,7 Mio. Euro in der Umsetzung.

Im Zentralarchiv der evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer wird ein 400 Jahre umspannender Rechnungsbestand gesichert. © Dr. Martin Armgart

Mit mehr geförderten Projekten und deutlich aufgestockten Mitteln werden dieses Jahr Archive und Bibliotheken beim Erhalt von Originalen unterstützt. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) fördert im Rahmen des BKM-Sonderprogramms Maßnahmen zur Mengenbehandlung. Gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder (KSL) fördert BKM zum Jahresthema „Prävention lohnt“ außerdem die Umsetzung von Modellprojektvorhaben zur vorausschauenden Sicherung des schriftlichen Kulturerbes. Die Rekordzahlen machen den bundesweit großen Bedarf in den Einrichtungen für Maßnahmen zum Erhalt schriftlicher Originale deutlich.

Deutlich mehr Schutz für das schriftliche Kulturerbe

Schimmel, Säurefraß oder unsachgemäße Lagerungsbedingungen sind bundesweit eine große Bedrohung für schriftliches Kulturgut. Diesem Umstand wird im dritten Jahr des BKM-Sonderprogramms zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts mit einer deutlichen Aufstockung begegnet. Erstmals standen 4,5 Mio. Euro zur Erhaltung des bedrohten schriftlichen Kulturerbes zur Verfügung. BKM stellt die Mittel für Mengenverfahren wie Massenentsäuerung, Trockenreinigung oder Verpackung von Archiv- und Bibliotheksbeständen zur Verfügung.

Auch in der Antragslage spiegelte sich die positive Entwicklung und die steigende Bekanntheit des Förderprogramms: In zwei Fristen wurden im BKM-Sonderprogramm 131 Projekte bewilligt. Davon erstrecken sich 13 Projekte über eine mehrjährige Laufzeit von bis zu drei Jahren, was in dieser Antragsrunde erstmals möglich war. Die Gesamtzahl der bewilligten Anträge konnte gegenüber 97 im vergangenen Jahr deutlich übertroffen werden.

BKM-Sonderprogramm 2019

Mit den Fördermitteln für Mengenverfahren werden derzeit beispielsweise von der Richard-Wagner-Stiftung in Bayreuth Schäden an der Bibliothek Wagners kategorisiert und in Dresden der Zustand in den Beständen der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen erfasst. Das Stadtarchiv Neuss wiederum schließt dieses Jahr nach drei erfolgreichen Anträgen im BKM-Sonderprogramm ein ambitioniertes Projekt ab: Im Rahmen der konservatorischen Sicherung des Bestands „Kurkölnische Verwaltung“ wurden insgesamt 200 Kartons mit jeweils rund 800 Blatt gereinigt und neu verpackt.

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KEK-Modellprojektförderung 2019

Zusätzlich fördert BKM zusammen mit der Kulturstiftung der Länder (KSL) zum Jahresthema „Prävention lohnt“ 39 KEK-Modellprojekte mit einem speziellen Fokus auf nachhaltigen Schutz, besonders in Notsituationen. Die Projekte zielen darauf ab, schriftliches Kulturgut vorausschauend zu erhalten, etwa durch verbesserte Lagerungsbedingungen. Darunter sind auch Projekte zur Notfallvorsorge: Das Historische Archiv der Stadt Köln beispielsweise entwickelt zusammen mit der Kölner Berufsfeuerwehr einen speziellen Container zur Katastrophenbewältigung. Zudem befinden sich Projekte aus den Bereichen Forschung und Verbesserung der Fachkompetenz in der Umsetzung.

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